Wissenswertes über Tresore und Einbruchschutz

Die Einstufung von Tresoren

Wie werden Tresore eingestuft?

Im Prinzip durchlaufen die Tresore eine Art Crashtest. Diese wird nicht von der NCAP durchgeführt, sondern von unabhängigen Instituten innerhalb Europas. In Deutschland ist es die VdS Schadensverhüttung GmbH. Sie eines der ältesten Prüfinstitute und ist weit über die Grenzen Europas bekannt. 1908 gründete die deutsche Versicherungswirtschaft eine Sprinklerüberwachungsgesellschaft. Jahre später und durch Zusammenschluss mehrerer Versicherungsgesellschaften entstand die VdS Schadensverhüttung GmbH. Der VdS prüft Einbruchmeldeanlagen, Schlösser, Tresore und unter anderem prüfen sie auch Brandschutzanlagen. Ein anderes sehr bekanntes Prüfinstitut ist der ECB (European Certification Body GmbH). Sie wurde 2011 gegründet mit dem Ziel Standards und Richtlinien für den Bankbereich zu entwerfen. Bevor Sie gegründet wurde, übernahm die ESSA die Prüfarbeiten. Aber entstanden ist sie aus den FuP (Forschungs- und Prüfgemeinschaft für Geldschränke und Tresoranlagen e.V.) Tresore mit den Prüfplaketten der ECB-S und des VdS werden von allen Versicherungen anerkannt. Ferner gibt es eine Vielzahl akkreditierte Prüfstellen. Nahezu jedes EU-Land hat mindestens eine Prüfstelle.

Wie wird jetzt ein Tresor getestet?

Die Sicherheit der Wertschutztresore wird in der Widerstandseinheit RU (engl. Resistent Unit) angegeben. Um eine RU zu erhalten, wird ein Tresor mit einem Werkzeug eine entsprechende Zeit bearbeitet. Die Einwirkungsdauer hängt jeweils vom Werkzeug ab. Die Einwirkzeit von einem Schneidbrenner ist nicht dieselbe wie von einer Brechstange. Wie lange die Zeiten sind und mit welchem Werkzeug der jeweilige Geldschrank bearbeitet worden ist, ist geheim. Sonst könnte ein Einbrecher sich die Zeit ausrechnen, die er für Ihren Tresor bräuchte.

Warum stehen zwei Zahlen bei der Resistent Unit?

Die Tresore werden auf Teilzugriff und auf Vollzugriff getestet. Teilzugriff bei einem Safe bedeutet, dass der Einbrecher eine kleine Öffnung geschaffen hat, durch die er in den Tresor greifen kann. Da alles, was eine Türe hat, geöffnet werden kann ist die zweite Resistent Unit der Vollzugriff und somit das gewaltsame Öffnen der Türe. Bei den Resistent Units, bzw. den Sicherheitsstufen geht es darum wie lange ein Tresor den thermischen oder mechanischen Ausbruchswerkzeugen standhält. Je höher die Sicherheitsstufe, umso länger ist die Zeit, die Ihr Tresor dem Einbrecher die Stirn bietet.

Was hat es mit den Versicherungssummen auf sich?

Dies ist der Versicherungswert den Ihre Versicherung im Tresor

Gibt es noch die Sicherheitsstufe A und B nach VDMA 24992?

Bei den noch heute angebotenen Safes der Sicherheitsstufe A und B nach VDMA 24992 handelt es sich um alte, nicht mehr gültige Normen siehe ganz unten.

 

Was hat es mit den Normen EN 14450 und EN 1143-1 auf sich?

Es gibt das europäische Komitee für Normung CEN (frz. Comité Européen de Normalisation). Das CEN ist verantwortlich für alle europäischen Technik-Normen (EN), mit Ausnahme der Telekomunikation und Elektrotechnik. Im Bereich Sicherheitsschränke, Wertschutzschränke, - Räume und –Türen sind die aktuellen Normen wie folgt:

EN 14450:

Tresore der Prüfnorm EN 14450 (Sicherheitsstufe S1 und S2) finden überwiegend im privaten Sektor Verwendung. Das ist auch an der Einstufung der Sachversicherer leicht zu erkennen. Die Zeichnungsgrenze liegt zwischen € 5.000,- und € 20.000,--. Ein höheres Risiko wollen die Versicherer in diesen Sicherheitsstufen nicht eingehen.


EN 1143-1:

Prüft Wertschutzschränke mit dem Widerstandsgrad N/0 bis Grad VI, sowie Wertschutzräume und Wertschutzraumtüren bis Widerstandsgrad XIII. Die Versicherungen haben Zeichnungsgrenzen von € 10.000,- bis über € 1 Million festgelegt.

 

Beratung Versicherung

Grundlegendes:

Ihre Versicherung bestimmt den Versicherungswert sowie auch Ihre Prämienhöhe individuell, die unten angegebenen Werte verstehen sich als Richtwerte.
Je höher die Sicherheitsstufe oder der Widerstandsgrad, umso robuster sind die Tresorwandungen und dementsprechend widerstandsfähiger ist der Tresor gegen gewaltsame Öffnungsversuche.
Für die Versicherung gilt allgemein, je höher die Sicherheitsstufe, umso größer die Versicherbarkeit.
Klären Sie die Details bei Bedarf am besten mit Ihrem Versicherungsvertreter.

Was hat es mit der Plakette auf sich?

Die Plakette ist Ihr Prüfzertifikat. Damit können Sie dem Versicherer zweifelsfrei zeigen, dass Ihr Tresor nachfolgender Norm die entsprechende Sicherheitsstufe oder Widerstandsgrad hat. Des Weiteren steht auch die Fabriknummer darauf, was für Sie bei Reklamationen recht praktisch ist. Das kann man mit der Fahrzeug-Identifikationsnummer eines Autos vergleichen.

Sicherheitsstufen nach EN 14450

Sicherheitsstufe

Sicherheitseinheiten
Werkzeugpunkte

Anzahl der Schlösser / 
Schlossklasse

Privat

Gewerblich

ohne EMA*

mit EMA*

ohne EMA*

mit EMA*

S1

2,0 SU / 40 TP

1 / Klasse 1

5.000

S2

5,0 SU / 60 TP

1 / Klasse 1

20.000

Widerstandsgrade nach EN 1143-1

Widerstandsgrad

Widerstandseinheiten

Anzahl der Schlösser / 
Schlossklasse

Privat

Gewerblich

ohne EMA*

mit EMA*

ohne EMA*

mit EMA*

N(0)

30 / 30 RU

1 / Klasse 1

40.000

80.000

10.000

20.000

I

30 / 50 RU

1 / Klasse 1

65.000

130.000

20.000

40.000

II

50 / 80 RU

1 / Klasse 1

100.000

200.000

50.000

100.000

III

80 / 120 RU

1 / Klasse 2

200.000

400.000

100.000

200.000

IV

120 / 180 RU

2 / Klasse 2

400.000

800.000

150.000

300.000

IV KB/CD

120 / 180 RU 
Zusätzlich eingebauter Schutz mit 1000 RU gegen Angriffe mit dem Diamantkronenbohrer

2 / Klasse 2

Individuelle Absprache mit Ihrem Versicherer

250.000

500.000

V

180 / 270 RU

2 / Klasse 2

Individuelle Absprache mit Ihrem Versicherer

250.000

500.000

V KB/CD

180 / 270 RU
Zusätzlich eingebauter Schutz mit 1000 RU gegen Angriffe mit dem Diamantkronenbohrer

2 / Klasse 2

Individuelle Absprache mit Ihrem Versicherer

375.000

750.000

VI

270 / 400 RU

2 / Klasse 3

Individuelle Absprache mit Ihrem Versicherer

375.000

750.000

VI KB/CD

270 / 400 RU
Zusätzlich eingebauter Schutz mit 1000 RU gegen Angriffe mit dem Diamantkronenbohrer

2 / Klasse 3

Individuelle Absprache mit Ihrem Versicherer

500.000

1.000.000

*EMA: Anschluss an eine VdS anerkannte Einbruchmeldeanlage.

Alle angeführten Zeichnungsgrenzen der Versicherungssummen in EUR. Bei den angegebenen Versicherungssummen handelt es sich um unverbindliche Richtwerte. D.h. die Versicherungen sind meist bereit die Versicherungssumme für Ihre im Tresor befindlichen Wertgegenstände anzupassen.

 

Alle angeführten Zeichnungsgrenzen der Versicherungssummen in EUR. Bei den angegebenen Versicherungssummen handelt es sich um unverbindliche Richtwerte. D.h. die Versicherungen sind meist bereit die Versicherungssumme für Ihre im Tresor befindlichen Wertgegenstände anzupassen.

Alte Normen Sicherheitsstufe A und B nach VDMA Einheitsblatt 24992

Die Norm nach 24992 legt Mindest-Bauvorschriften für die Tresore fest. Auszug aus den Bauvorschriften:

  • Stufe A einwandig, Stahlstärke mind. 3 mm, Tresorschloss
  • Stufe B mehrwandig Stahlstärke mind. 3 mm außen und 2 mm innen. Dazwischen Füllmaterial (meist Steinwolle) 60 mm bzw. bei Möbeltresoren 30 mm stark. Tresorschloss.

Das VDMA Einheitsblatt wurde letztmalig im Mai 1995 überarbeitet und 2003 endgültig zurückgezogen. D.h. Stahlschränke die nach dieser Norm nach 2003 gebaut wurden unterliegen keinerlei Kontrolle. Darum hat der VdS auch die neueren Sicherheitsschränke niedriger eingestuft.

Sicherheitsstufe 
nach VDMA 24992

Empfehlung VdS 3134 – Stand 11/2010

Privat

Gewerblich

A (gebaut vor dem 31.12.2003)

1.000

2.500

B (gebaut vor dem 31.12.2003)

10.000

2.500

A (gebaut ab dem 01.01.2004)

1.000

2.500

B (gebaut ab dem 01.01.2004)

1.000

2.500


Falls Sie noch detaillierte Fragen haben oder sich nicht alle Ihre Fragen erübrigt haben, können Sie uns gerne schreiben oder unter der 089 / 55060980 anrufen. Gerne beraten wir Sie unverbindlich.